3 Länder Tour  mit 2337 Höhenmetern und 88 Kilometern

 

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Diese Tour ist aus meiner Sicht eine der schönsten, die in den Alpen zu finden ist. Die Landschaft um die Sesvenna Hütte und das Val d Uina ist wirklich einmalig und braucht keinen Vergelich mit den Top-Spots in den Dolomitten oder am Gardasee zu scheuen.

markerA Morgens um kurz nach 08.00 Uhr brechen wir bei nicht allzu gutem Wetter im Robinson Club in Scoul auf. Wir sind eine Gruppe von vier Personen. Unser Guide Jochen, ich und noch zwei weitere Biker. Es stellte sich heraus, daß wir eine recht homogene Gruppe sind. Nachdem es am Vortag geregnet hatte und beim Losfahren der Himmel bei 11°C noch ziemlich verhangen war, starteten wir mit gemischten Gefühlen und hofften, daß die Sonne einen Weg durch die Wolken finden würde. Die ersten 20 Kilometer fahren wir dem Inn entlang talabwärts.

markerC Nach knapp einer Stunde bei Sclaminschot biegen wir rechts in einen breiten Schotterweg ein, der eigentlich für jeglichen Verkehr gesperrt ist. Grund dafür ist, daß dieser Schotterweg im oberen Bereich noch im Bau befindlich ist. Laut unserem Guide soll es aber kein Problem sein, die Baustelle zu passieren. Gleich zu Beginn des Anstieges geht der Weg durch einen längeren unbeleuchteten Tunnel. Nach etwa 1/3 des Tunnels ist der Untergrund nicht mehr zu erkennen und man fährt nur noch nach Gefühl. Danach führt der Weg in mehreren Kehren den Berg hinauf. Auf diese Weise können wir noch bei angenehm kühlen Temperaturen etwa 500 Höhenmeter absolviert. Am Ende des Weges müssen wir um einen Bagger herum und etwa 500 Meter über abgesägte Bäume steigen.

Die letzten 100 Höhenmeter vor dem höchsten Punkt verlaufen auf einem Singletrail, auf dem auch an manchen Stellen abgestiegen werden mußte. Auf der Hälfte des Singletrails überqueren wir die Schweizer / Österreichische Grenze. Diese ist eigentlich nur zu erkennen, da mitten im Wald ein Schild mit der Aufschrift “Staatsgrenze” steht. Oben am höchsten Punkt passieren wir den Schwarzsee.

markerD Ab hier sind auch wieder Wanderer anzutreffen, da der See anscheinend von der Österreichischen Seite her ein beliebtes Ausflugsziel ist. reschen

Die Abfahrt in Richtung Reschenpass verläuft auf einem sehr schön zu fahrenden Singletrail. Inzwischen hat sich auch das Wetter geändert. Es ist strahlend blauer Himmel! Die nächsten Kilometer verlaufen auf einem Teerweg parallel zur Reschenpaßstraße oder auch direkt auf der Paßstraße. In Reschen biegen wir rechts ab, um den Reschenstrausee auf der rechten Seite zu umrunden. Zuerst machten wir jedoch in einem schönen Schloss auf der Nordseite direkt am Seeufer Rast.

markerE Nach gut einer Stunde Pause erwartete ich anschließend eine eher flache und leicht fallende Strecke. Es folgt jedoch erst mal ein Anstieg von 100 Höhenmetern, von wo aus man einen herlichen Blick über den See hat. Bis nach Burgeis geht die Strecke nun kontinuierlich bergab.

markerF Bis auf ein Stück am Haidersee verläuft dieses Teilstück ausschließlich auf Teer. Es handelt sich dabei aber immer um Nebenwege ohne Verkehr

markerG In Burgeis füllen wir an einem Brunnen nochmals unsere Trinkflaschen auf um für den Anstieg zur Sesvenna Hütte gerüstet zu sein. Es hat inzwischen 30°C und der vor uns liegende Anstieg verläuft in Kehren, ohne jeden Sonnenschutz auf der Südseite den Bergs. Es liegen genau 1000 Höhenmeter bis zur Sesvenna Hütte vor uns. Wie nicht anders zu erwarten, quälen wir uns in brütender Hitze den Berg nach oben. Als wir in einer Kehre von der Hauptstrecke in Richtung Val di Slingia abbiegen, wird es aber deutlich angenehmer zu fahren. Wir befinden uns nicht mehr auf der exponierten Südseite sondern fahren im etwas geschützten Tal. Ebenfalls wird die Steigung etwas flacher.

sesvenna2markerH Auf einer Höhe von etwa 1700 m passieren wir Slingia. Nach der Anzahl parkender Autos zu schätzen, sind auf der Strecke in Richtung Sesvenna Hütte sehr viele Wanderer unterwegs. Die Teerstraße wird schmaler und ist ab Slingia für den Autoverkehr gesperrt. Sie führt noch bis zu der bewirteten Hütte Mga. di Dentro. Der nachfolgende Schotterweg ist noch bis auf eine Höhe von 1985 m fahrbar. Danach wird er einfach zu steil. Laut meinem HAC4 liegt die Steigung über 30%. Bis auf die Höhe von 2160 m muss das Rad nun für etwa 22 Minuten geschoben werden. Bei dem herlichen Ausblick über den neben dem Weg befindlichen Wasserfall und dem Ausblick über das Tal, ist dies aber zu verschmerzen. Lediglich die sehr große Anzahl an Wanderern stört etwas. Vom oberen Teil des Wasserfalls bis zur Sesvenna Hütte sind die letzten 8 Minuten des Anstieges zur Sesvenna Hütte wieder voll fahrbar. Die Steilstücke verlangen aber vollen Krafteinsatz und lassen sich bei meiner Kondition geradeso im ersten Gang fahren.

markerI Nach knapp 6,5 Stunden erreichen wir um 14.40 Uhr die Sesvenna Hütte. Dort pausieren wir nochmals für etwa 1 Stunde 15 Minuten. Jochen kämpfte mit der Scheibenbremse an seinem Bike, aber trotz allen Reparaturversuchen konnte er der hinteren Bremse kein Leben mehr einhauchen. Die hintere Bremse zeigte trotz Betätigung des Bremshebels keine Reaktion mehr. Keine optimale Ausgangslage für die folgende Abfahrt durch das Val Uina. Übrigens, die Sesvennahütte ist aus meiner Sicht absolut genial, das Essen ist sehr gut und für eine Alpenhütte absolut billig, vor allem wenn man in der Schweiz Urlaub macht. Große Portion Spagetti 4EUR, Gemischter Salat 2EUR, Apfelschorle 1,5EUR.

Nach der Pause machen wir uns auf den Weg in Richtung Val Uina. Die Hochebne zwischen der Sesvenna Hütte und dem Einstieg in das Val Uina ist aus meiner Sicht absolut das Beste, was sesvennaman mit dem Bike machen kann. Die schönste Landschaft, die man sich vorstellen kann, und ein extrem geiler Singletrail, der nach der Passhöhe, welche auch gleichzeitig den Grenzübergang darstellt, stetig leicht bergab geht. Es folgen immer wieder knifflige Passagen, Stufen , Bachdurchfahrten, Steinabschnitte, die das Bikerherz höher schlagen lassen.

markerJ Nach gut 20 Minuten Strecke nach der Sesvenna Hütte beginnt der Einstieg ins Val Uina. Für mich, ebenfalls eine für einen Biker, der technische Passagen liebt, absolut geniale Strecke. Ich hatte mir die Passage 3 Tage zuvor bei einer Tour in die entgegengesetzte Richtung eingeprägt, so daß ich die Schlüsselstellen kannte. Ich bin die komplette Felspassage durch das Val Uina gefahren. Sogar die beiden Tunnels bin ich durchgefahren. Es kostet schon Überwindung die knapp 1 Meter hohe Stufe in dem einen Tunnel ins absolut dunkle hinunterzufahren. (Hab ich auch nur gemacht, da ich die Stelle kannte). Auch ich möchte hier aber nochmals vor dieser absolut gefählichen uina2Passage im Val Uina warnen. Der Weg ist meist nicht breiter als 1 Meter. Ein Geländer sucht man zum Teil vergebens. Neben dem Weg geht es zum Teil über 100 Meter senkrecht in die Tiefe!. Der Weg ist ebenfalls sehr zerklüftet mit Steinstufen und Geröll. Also, wer nicht sicher auf dem Bike sitzt, lieber schieben. Fehler sind hier keine möglich (oder zumindest nur einer) uina1

Nach der Felsenpassage folgt zuerst ein schmaler Singletrail, der an der bewirteten Hütte Uina Dadaint in einen breiten Schotterweg übergeht. Diesen sind wir voller Genuss durch eine immer noch genial schöne Landschaft bis Sur Enn nach unten geglüht. Lediglich auf unseren Guide Jochen müssen wir ab und zu warten, da ja seine hintere Bremes den Geist aufgegeben hat.

markerBAb Sur Enn folgt dann noch die Ausrollstrecke, 10 Kilometer zurück bis zum Robinsonclub kurz hinter Scoul. In 26 Minuten waren die verbleibenden 10 Kilometer und 71 Höhenmeter absolviert.


markerAÜberglücklich radeln wir nach einer meiner besten Touren meines Bikerlebens (und das waren schon einige) nach 09h37 Minuten auf das Gelände des Robinsonclubs. Ich denke ein ambitionierter Biker kann die Strecke gut in 07h30 bewältigen. Aber die langen Pausen sind eigentlich auch einmal ganz nett.